Nach dem Vorspiel der Römerzeit, die in Turin, Susa und Aosta viele Denkmäler hinterließ, haben drei Epochen die Geschichte des Piemonts wesentlich geprägt: das Lehenswesen des Mittelalters, die Ausbildung eines Beamtenstaates in der Renaissance und im Barock sowie die große italienische Einigungsbewegung im 19. Jahrhundert.

Dem Mittelalterlichen verdankt das Piemont die Fülle seiner Burgen und Schlösser. Im 11. und 12. Jahrhundert entwickelten sich viele Städte, so beispielsweise Asti, Alba, Vercelli und Allessandria zu wirtschaftlich mächtigen, von Lehnsherren und Bischöfen vielumkämpften freien Stadtrepubliken mit ausgeprägter Individualität.

Im 15. und 16. Jahrhundert wurde das Land zum europäischen Kriegsschauplatz und blieb es bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts.
Die Herzöge von Savoyen verlegten Mitte des 16. Jahrhunderts ihre Residenz nach Turin und waren maßgeblich an der Entwicklung und dem Erscheinungsbild der neuen Hauptstadt beteiligt.

 

Als im 17. Jahrhundert Piemont ein Königreich wurde, verbreitete sich der Barock in die Provinzen und Kleinstädte wie Asti, Alba und Acqui Terme sowie in die Ortschaften mit zahlreichen Barockkirchen. Das 17. und 18. Jahrhundert stand im Zeichen absoluter Fürstenmacht, auch wenn sich die Machtformen im Laufe der Zeit entspannten und vergeistigten.

Im 19. Jahrhundert löste sich das Fürstenhaus aus der Enge eines kleinen Obrigkeitsstaates, um sich an die Spitze jener großen historischen Bewegung zu stellen, die nach Überwindung vielfältiger Widerstände die italienische Einigung vollzog.

Hauptstadt dieses geeinten Italiens aber war nun nicht mehr Turin, sondern, der geschichtlichen und geografischen Notwendigkeit entsprechend, Rom.

Doch das Herz der Entwicklung schlug noch lange in Turin weiter, denn die wesentlichen Kräfte des neuen gesamtitalienischen Staates stammten aus dem Piemont.

Piemont ist die Region, die am meisten zum Einigungsprozeß Italiens in der Mitte des letzten Jahrhunderts, dem Risogimento, beigetragen hat.

Von kulturgeschichtlichem Interesse ist das Vignale Danza (internationaler Treffpunkt der Ballett- und Tanzszene in Vignale Monferrato, zwei Wochen im Juli) sowie das Spiel mit dem pallone (ein Spiel antiken Ursprungs mit einem elastischem Ball, das schon zur Zeit der Römer nach den gleichen Regeln gespielt wurde) sowie nicht zuletzt die Besichtigung der zahlreichen Schlösser mit ihren Städtchen, die sie einst beschützten.

Alle haben als Zentrum einen Platz mit einer offenen Seite, von der aus ein Blick in die Landschaft möglich ist. Jeder Ort für sich ist eine Entdeckung und zeichnet sich durch eigene Charaktere und Stimmungen aus.