Die piemontesische Küche ist eine ganz Besondere. Sie hat nur eins mit der typisch italienischen Küche gemein: Sie ist genauso schmackhaft und perfekt. Sonst gilt es, die südpiemontesischen Speisen als italienische Küche völlig neu zu entdecken.
Die Gerichte spiegeln Geschichte und Geographie der Region: Sie sind bodenständig (“Arme-Leute-Zutaten”), ausgefallen und ein bisschen französisch.

Übrigens ist das Italian Culinary Institute for Foreigners (I.C.I.F.) die einzige international anerkannte Kochschule in Italien, gefördert von der Region Piemont, welche die Möglichkeit bietet, in der einzigartigen Atmosphäre des Schlosses in Costigliole d’Asti bei verschiedenen Kursen der italienischen Kochkunst, des Weinbaus und der italienischen Kultur ein international anerkanntes Masterdiplom zu erlangen (Info: www.icif.com)

 

Hier einige Stichworte, die einen kleinen Eindruck in die piemontesische Küche und ihre typischen Delikatessen und Besonderheiten geben sollen, ohne zu viel vorweg zu nehmen.

 

KÄSE
In keiner Region Italiens gibt es so viele Qualitätskäsesorten wie im Piemont.

Von den acht DOC-Käsen sei einer genannt: Murrazzano oder Toma delle Langhe: Der flache runde kleine Laib, der für die höher gelegenen Regionen der Langhe so typisch ist, aus Schafs- oder Kuhmilch. Am besten natur, frisch mit Marmelade, mit ganzen Nüssen drin oder mit Peperoni. Schmeckt auch reif und kräftiger im Geschmack vorzüglich!

WURST
Mortadella di fegato ist eine Wurst vom Schwein, gewürzt mit Wein, gealtert oder gekocht. Salam’d la duja sind kleine Schweinswürstchen, im eigenen Schmalz in einem Tontopf zubereitet. Spalot ist eine nach antikem Verfahren gekochte Schweineschulter. Die Trüffelsalami müssen Sie probieren.

TRÜFFEL
Sie wächst in den Hügeln der Langhe. In der Erde versteckt, in Symbiose mit den Baumwurzeln der Eiche, der Linde, der Pappel oder auch der Weide.

Der für die Trüffeln am besten geeignetste Boden ist kalkhaltig, in Höhenlagen von 200 bis 700m. Trüffelzeit ist ab Oktober bis in den späten Winter. Die Trüffelsucher ziehen meist in der Dämmerung und nachts mit ihren eigens dafür abgerichteten Hunden los um dieses kostbare Gewächs zu finden.

Jeder trifolao hütet seine Trüffelplätze; es gilt der Rechtsgrundsatz:
Wer Trüffeln findet, darf sie auch behalten. Außer im Boden findet man sie fast überall in Delikatessläden, auf seiner Pasta oder frisch auf dem Markt. Nicht zuletzt in Alba auf der Trüffelmesse. Wer sie einmal gekostet hat, wird sie sicher wieder suchen…

 

 

 

HASELNÜSSE
Die Piemont-Haselnuss wird auch tonda gentile – “die edle Runde” genannt. Die Haselnuß wird in den Hügeln der Langhe um Cortemilia herum kultiviert. Unter anderem wird daraus eine sehr beliebte Nuss-Nougat-Creme angerührt.

DOLCI
Süße Nachspeisen und kleine Leckereien gibt es in Tausend und einer Variation: Schokocreme, Schokotrüffel, Torrone, Panna Cotta, Haselnußpralinen noch und nöcher, Kakao, der wie Schokoladenpudding aussieht (und auch so schmeckt) und natürlich die besten Amaretti.

GRISSINI
Ja, die Grissini kommen ursprünglich aus dem Piemont, genauer aus Turin. Der kleine Prinz Vitorio Emanuele II, ein immer kränkelndes Savoyer Königskind, welches das herkömmliche Brot nicht vertrug, ist die Ursache dieser leckeren Stangen. Die Ärzte forderten die Bäcker auf, leichte und leckere Alternativen zu zaubern. So wurden schließlich die Grissini erfunden und verbreiteten sich in ganz Italien.

Vorsicht: ein echter grissino wird von Hand gezogen, ist nicht pillegrade und bis zu einem Meter lang. Am besten beim Bäcker kaufen – nicht abgepackt im Supermarkt.

 

AGNOLOTTI
Die kleinen gefüllten Teigtaschen werden in vielen Varianten und meist zur Vorspeise verzehrt. Mit Pesto oder Walnuß-Sahnesoße oder, ganz typisch für unsere Region, in Rotwein gekocht…

REIS
Die Zisterziensermönche haben im Mittelalter die ersten Reispflänzchen gesetzt. Heute bezeichnet man die Ebene um Vercelli und Novara herum als größtes Reisanbaugebiet Europas. Risotto wird schon jedem ein Begriff sein.

 

POLENTA
Brei oder feste Schnitten gebacken aus Maismehl. Typisch und lecker ->  Fiesta der Pollentone nach Ostern in Bubbio!

SLOW FOOD
Die Slow-Food-Bewegung, deren Ziel die Wiederbelebung der genußvollen Eßkultur ist, wurde 1986 im Piemont gegründet (60.000 Mitglieder in 35 Ländern). Um die echte piemontesische Küchenkultur kennenzulernen, begibt man sich am bestenSonntagmittags in ein gutes ristorante und nimmt dort in den folgenden drei Stunden das pranzo ein.

 

 

 

TYPISCHER UMFANG EINES ESSENS

Antipasto: Vorspeisen (4-12 Gänge!)

Primo: 1. Gang (Nudel- oder Reisgericht)

Secondo: 2.Gang (Fisch- oder Fleischgericht)

Dolci: Nachspeise, Käse, Obst

 

 

 

DER WEIN
Piemont ist die beste Weinregion Italiens, auf ca. 100’000 Hektar Rebfläche werden über vier Millionen Hektoliter Wein erzeugt. Insgesamt gibt es im Piemont etwa 26’000 Winzer und Kellereien. Die roten Barolo und Barbaresco-Weine, Barbera oder Dolcetto, die Weißweine Gavi, Arneis, Furmentin – um nur einige zu nennen. Die bekannteste Enoteca ist die Enoteca Regionale del Barolo im Schloß. Dem deutschen “Qualitätswein bestimmter Herkunftsgebiete” entspricht das italienische Denominazione di Origine Controllata (DOC) oder noch strenger mit dem zusätzlichen Garantita (DOCG).